Fotolia 60292269 S Panorama

Neues aus dem Netzwerk

Ostbayerischer Stilltag in Eggenfelden: "Stillen - etwas Besseres gibt es nicht"

Ostbayerischer Stilltag 2017
 
Bereits zum 3. Mal fand der „Ostbayerische Stilltag“ statt. Initiiert von der Kinderklinik Dritter Orden Passau wurde diese Veranstaltung im Rahmen des Kinder- und Familiengesundheitsnetzwerkes Ostbayern, dem auch die Geburtshilfeabteilung der Rottal-Inn Kliniken angehört, durchgeführt. Der Stilltag richtet sich an Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachkräfte, an Hebammen und Medizinische Fachangestellte. Als Ort der Veranstaltung war das Krankenhaus Eggenfelden ausgewählt worden.
 
 Es war ein umfangreiches Vortrags- und Diskussionsprogramm, für das fachkundige Referentinnen und Referenten der Rottal-Inn Kliniken und der Kinderklinik Dritter Orden in Passau gewonnen werden konnten. Entsprechend groß war auch das Interesse: aus ganz Ostbayern waren die Besucher gekommen, um sich zum Thema „Stillen“
umfassend zu informieren und auf den neuesten Stand bringen zu lassen.
 
Dr. Jürgen Terhaag, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Rottal-Inn-Kliniken und niedergelassener Facharzt begrüßte die Gäste zusammen mit Margit Schuster, stellvertretende Pflegedirektorin der Passauer Kinderklinik und geprüfte Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Beide machten deutlich, dass es keinen Zweifel an der Bedeutung des Stillens gibt: „Jede Frau, die stillen kann, sollte das nach Möglichkeit auch tun, betonte Chefarzt Dr. Terhaag, der sich bereits seit vielen Jahren am Klinikum Eggenfelden für eine umfassende Beratung der werdenden und jungen Mütter zu diesem Thema stark macht.

Dass diese Beratung nicht erst nach der Geburt beginnen soll, unterstrich in ihrem Referat Expertin Julia Bauer. Sie ist Fachkinderkrankenschwester für pädiatrische Intensivpflege, Begleiterin für Frühgeborene, Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Bauer konnte verdeutlichen: „Stillvorbereitung beginnt hauptsächlich im Kopf und nicht an der Brust“ . Mütter, die vor der Geburt fachgerecht beraten werden, neigen erfahrungsgemäß dazu, länger und mit größerer Zufriedenheit zu stillen. „Stillen ist kein Instinkt, sondern ein sozial erlerntes Verhalten von Mutter und Kind“, machte Julia Bauer deutlich. Muttermilch schütze vor Infektionen, die Entwicklung des Kindes werde gefördert, sie sei leicht verdaulich und biete eine gute Verfügbarkeit von Nährstoffen. „Stillen erhöht die Bindungsfähigkeit, es beruhigt und entspannt Mutter und Kind“, so die Expertin. Und auch die Gesundheit der Mutter werde gefördert: „Das Risiko für Eierstock- oder Brustkrebs ist bei Frauen, die gestillt haben, vermindert“.

Margit Schuster stellte die neu eingerichtete Humanmilchbank an der Kinderklinik Passau vor, die von ihr geleitet wird. Gespendete Humanmilch gelte als erste Alternative zur Ernährung von kleinen Frühgeborenen, wenn die Milch der eigenen Mutter nicht zur Verfügung steht oder nicht ausreicht, informierte sie. „Nicht allen Frauen ist es möglich, von Beginn an genügend Muttermilch für ihr Kind zu produzieren und hier kommt die Humanmilchbank ins Spiel: Hier bewahren wir Muttermilch von Frauen auf, die mehr als genügend Milch für ihr eigenes Kind haben und diese so mit spenden können“, erklärt Schuster das Prinzip. Man greife auf gespendete Milch zurück, um den Frühgeborenen und kranken Neugeborenen ergänzend zur Milch der eigenen Mutter diese Spendermilch verabreichen zu können. Die Sicherheit der kleinen Patienten stehe bei diesem Prozess stets im Vordergrund: „In unserer Milchküche wird die gespendete Muttermilch pasteurisiert, also durch schonendes Erhitzen von Keimen befreit, und anschließend entweder direkt auf Station verabreicht oder eingefroren und bei Anfrage durch die Station für die Frühgeborenen abgegeben“, so Margit Schuster. In der Kinderklinik werde zudem ausschließlich Muttermilch von Frauen verwendet, die ihre Kinder selbst in der Einrichtung haben.

Die Behandlung von entzündlichen Brusterkrankungen in der Stillzeit stellte Dr. Jürgen Terhaag in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, wichtig sei hier ein enger Kontakt zu Hebamme und Frauenärztin oder Frauenarzt, um rechtzeitig Auffälligkeiten erkennen und dann auch zu behandeln.


Foto:Freuen sich über die rege Teilnahme am „Ostbayerischen Stilltag“ : (v.l.) Dr. med. Jürgen Terhaag, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe der Rottal-Inn-Kliniken, Tanja Franke, Still - und Laktationsberaterin IBCLC, Kerstin Brandstetter, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Renate Vaterl, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Sonja Schätz, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Julia Bauer, Fachkinderkrankenschwester für päd. Intensivpflege (DKG), Neonatalbegleiterin sowie Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Margit Schuster, stellvertretende Pflegedirektorin der Kinderklinik Dritter Orden und Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Foto: hl

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen