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Neues aus dem Netzwerk

3. Netzwerktreffen "CAVE - Kinder- und Jugendschutz"

seite 25 kigo

 

Aus Schnittstellen Nahtstellen machen

 

Das Zusammenwirken und die Stärkung von Kooperationen ist ein wesentliches Kriterium für wirksamen und schnellen Schutz von Kindern und Jugendlichen - es ist der Netzwerkgedanke, der gelebt werden muss. Aus diesem Grund hat das KiGO-Netzwerk nun schon zum dritten Mal im September VertreterInnen der Jugendhilfe, des Polizei- und Gesundheitswesens sowie Beratungsstellen aus ganz Ostbayern in die Räumlichkeiten der Kinderklinik zum gemeinsamen Austausch eingeladen.

Nachdem beim Treffen im Frühjahr die Richterin Frau Kraus ihre Arbeit am Familiengericht (AG Passau) zum Thema Kindeswohlgefährdung vorstellte, nutzten die Oberärztin Verena Jansen (mit Zertifikat Kinderschutzmedizin) und die Sozialpädagogin und Fachkraft im Kinderschutz Ann-Christin Hufen das dritte Treffen zur Vorstellung der Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM).

Die DGKiM vertritt die Kinderschutzmedizin, welche sich zum multiprofessionellen Umgang mit allen Formen von Kindesmisshandlung, sexuellem Kindesmissbrauch und Kindesvernachlässigung bekennt. In diesem Jahr wurde nach der Entscheidung des Runden Tisches gegen sexuellen Missbrauch 2011 unter Beteiligung der Kanzlerin nun eine wissenschaftlich fundierte „Kinderschutzleitlinie“ veröffentlicht, welche den Fachkräften im Gesundheitswesen und somit auch unserem Kinderschutzteam der Kinderklinik im Umgang mit Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdungen Sicherheit geben soll: Wie gehen wir vor, wenn wir den Verdacht haben, dass das Wohl und die Rechte eines Kindes/Jugendlichen gefährdet sind? - Wie können wir Hilfe- und Unterstützungsbedarfe erkennen? - Nach welchen Diagnostikmethoden handeln wir im Kinderschutz? - Wie können wir die Kinder und Jugendlichen bestmöglich im Kinderschutz beteiligen und ihre Rechte stärken?

Da diese halbjährlichen Netzwerktreffen auch das Kennenlernen unter den Netzwerkpartnern fördern soll, durften wir zudem Charlotte Klaster und Kerstin Schulz aus dem Bereich „Begleiteter Besuchskontakt“ des Kinderschutzbundes Ortsverband Passau. e.V. als Referenten begrüßen. Sie informierten die NetzwerkteilnehmerInnen über das Angebot des begleiteten Besuchskontaktes, welches Kindern getrenntlebender Eltern ermöglicht, auch in schwierigen und/oder konfliktbeladenen Situationen mit Vater und Mutter Kontakt zu halten. Auch wenn Kinder einen Elternteil schon längere Zeit nicht mehr gesehen haben, könne dies Anlass für eine Begleitung sein. Neben der Trennung von Eltern, begleiten die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes auch Kontakte von Pflegekindern zu ihren leiblichen Eltern. Die Kinder können in Kinderschutzbund-Räumlichkeiten eine gemeinsame Zeit mit ihren Eltern auf neutralem und geschützten Boden verbringen (https://www.kinderschutzbund-passau.de/begleiteter-besuchskontakt).

 

Wir berichteten auch in unserem Kinderklinikmagazin 03/2019 auf Seite 31 Kinderklinik Aktuell 03/2019

 

(v.l) Dr. Christian Baumgartner, Ann-Christin Hufen, Verena Jansen, Katharina Fuller, Katrin Freund, Kerstin Schulz, Charlotte Klaster.